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W A L D B R U N N E R O R T S T E I L E |
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Geschichtlicher Abriss |
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Die abwechslungsreiche Landschaft, in der die 1974 aufgrund der kommunalen Gebietsreform entstandenen Gemeinde Waldbrunn/Ww. mit den Ortsteilen Ellar, Hausen, Fussingen, Lahr und Hintermeilingen liegt, gehört zum Oberwesterwälder Hügelland, einer schönen Landschaft mit viel Wald, fruchtbaren Feldern, saftigen Wiesen und weiten Tälern, ausgezeichneten Wanderwegen sowie reiner und gesunder Bergluft. Der Gemeindebereich ist Teil des Fremdenverkehrsgebietes des Landkreises Limburg-Weilburg. Der Ortsteil Fussingen ist "Staatlich anerkannter Luftkurort" Beherrscht wird diese Landschaft von dem mächtigen Basaltmassiv des Heidenhäuschens/ Remelsberges. Aufgrund der Lage, von Funden und der Auswertung von Flur-, Orts- und Personennamen darf man davon ausgehen, dass sich auf dem Bergkomplex Heidenhäuschen Remelsberg/ Rennberg und Burg ein Volksgericht sakralen Charakters eines vorgeschichtlichen Siedlungsgaues neben der Kultstätte der drei ubischen Matronen (= Gerichtsgöttinnen> Mahalinae befunden hat. Aus diesem vorgeschichtlichen Siedlungsgau rund um das Heidenhäuschen ist die mittelalterliche ,,Herrschaft Ellar" mit ihren ,,Vier Zenten" oder Kirchspielen Lahr, Elsoff, Frickhofen und Niederzeuzheim hervorgegangen, die 1337 erstmals urkundlich faßbar wird, als sie mit sämtlichen Gerichten und Zubehör für 1450 Mark Limburger Währung von Graf Gottfried von Diez an Graf Johann von Nassau-Hadamar verkauft wird unter Vorbehalt des Wiederkaufsrechtes. Die Zenten Lahr, Frickenhofen und Niederzeuzheim bildeten wohl den Kern dieses uralten Siedlungsgaues, Elsoff dürfte zur Abrundung angeschlossen worden sein. Verwaltungs- und Gerichtsmittelpunkt dieser Vier Zenten (= altes Amt Ellar) war der Burgort Ellar, der 1372 Stadtrechte erhielt. Gegen 1360 hatte Diez die ,,Herrschaft Ellar" wieder zurückgekauft. 1367 versprach Graf Gerhard von Diez seine Schwester dem Grafen Eberhard von Katzenelnbogen zur Ehefrau. Zur Sicherstellung der Mitgift verpfändete er auch die Herrschaft Ellar, ,,das s(ch)loß und de viere zynten" an Katzenelnbogen. Mit Urkunde vom 1. Februar 1368 gab Kaiser Karl IV. zu diesem Besitzwechsel seine Einwilligung und stellte fest, daß ,,die Burg von Ellar mit vier Gerichten, die man nennet Zinten" unmittelbares Lehen des Deutschen Reiches seien. Dieses Amt mit den genannten Vier Zenten bestand bis 1717. Sechs Jahre vorher war mit Fürst Franz Alexander die Fürstenlinie von Nassau-Hadamar im Mannesstamme ausgestorben. Nun wurde dieses Erbe nach den nassauischen Hausverträgen an die überlebenden nassauischen Linien aufgeteilt. Die Kirchspiele Frickhofen und Lahr kamen an Nassau-Dillenburg, ab 1743 an Nassau-Oranien. Zur Napoleonszeit von 1806 - 1813 gehörten wir zum Großherzogtum Berg, von 1815 - 1866 zum Herzogtum Nassau, danach zu Preußen, ab 1946 zu Hessen. Von 1790 - 1816 bestand das neue Amt Ellar mit den Kirchspielen Lahr und Frickhofen. Im Rahmen der Neuordnung im Herzogtum Nassau wurden 1816 die beiden Ämter Hadamar und Ellar zusammengelegt als ,,Amt Hadamar". Von großer Bedeutung für die Entwicklung in diesem Raum waren zwei vor- bzw. frühgeschichtliche Fernverkehrswege (Reichsstraßen), die aus dem Raum Mainz/Frankfurt über Limburg an der Lahn nach Siegen führten. Es waren ,,Die alte Landstraße durch den Forstwald", die vermutlich eine um 720 von Karl Marterl angelegte karolingische Königsstraße war (Görich!), die bei der Zollstation Gadelheimer Mühle über den Laster- bzw. Steinbach führte, und die sogenannte ,,Hohe Straße", die am Bühl vorbei, über den Heidersberg in Richtung Knoten verlief. Aus dieser geographischen Lage erklärt sich auch die Anlage der Burg Ellar als Straßenfestung wohl im 12. Jahrhundert zum Schutze dieser uralten Verkehrswege. Sie dürfte bis Mitte des 16. Jahrhunderts in Benutzung gewesen sein. Verschiedene Indizien deuten darauf hin, daß das alte Volksgericht der Ubier, nachdem sie von den Römern um 38/37 v. Chr. in den Raum Köln umgesiedelt worden waren, von Männerbünden der germanischen Usipeter weitergeführt und nach der Christianisierung als Geheimes Femegericht in der Art der Haberergerichte am Remelsberg weiterbestanden hat. Kluge Grafen und geschickte Geistliche lösten im Hochmittelalter dieses Problem so, daß dieses alte, noch stark im Heidnischen verhaftete Gericht legitimiert wurde als Landgericht in der Grafschaft Dienz und in St. Maximus (= Bischof von Trier von 330 - 347) einen christlichen Patron erhielt. Man nennt das Subsitution oder Übergründung. Unterhalb des Heidenhäuschens baute man auf dem ,,Frauenberg" eine christliche Wallfahrtskapelle ,,Zu unserer Lieben Frau", die in der Reformationszeit verfallen ist. Diese Tatsache bestätigt indirekt, daß hier vorher eine heidnische Stätte gewesen sein muß. Das Landgericht St. Maximus zu Ellar - kurz ,,Landgericht Ellar" tagte bis zur Einführung des Römischen Rechtes im 16. Jahrhundert am ,,Landstein" oberhalb des späteren Steinbruchs Lai (Lay). Professor Richter versteht darunter den ,,Lagenstein" = Gerichtsstein. Der Steinkreis ist noch heute vorhanden. Das Landgericht Ellar war ,,Peinliches Gericht", Halsgericht, Criminalgericht, ferner Appellationsgericht (Oberhof) als Zweite Instanz für Berufungen von den vier Untergerichten Lahr, Elsoff, Frickhofen und Niederzeuzheim, hatte die Zuständigkeit für Beurkundungen (= freiwillige oder zivile Gerichtsbarkeit) und war ein Rügengericht (,,Geschworenen-Montag"). Seine Zuständigkeit bezog sich in allen Fällen auf die Vier Zenten der Herrschaft Ellar. Das bleibt so bis 1717. Die Hinrichtungen fanden ,,bei kurzem Nebel" statt, d. h. beim Gerichtshügel an der Alten Straße. Die Richtstätte mit dem Galgen befand sich am ,,Ellarer Gericht". Das Landgerichtssiegel ist im Abdruck von 1491 bis 1635 erhalten. Es zeigt St. Maximus im Siegelfeld, darunter die Wappen von Nassau und Katzenelnbogen. Davon wurde das Wappen der früheren Gemeinde Ellar abgeleitet, das 1964 offiziell genehmigt und eingeführt wurde. 1 977 übernahm es die drei Jahre vorher durch Gesetz entstandene Gemeinde Waldbrunn/Ww. Das Wappen zeigt in der linken Hälfte auf goldenem Grund einen blaubewehrten roten Löwen (Katzenelnbogen), in der rechten auf blauem Grund zwischen 7 goldenen Schindeln einen rotbewehrten goldenen Löwen (Nassau). Jedes der vier Kirchspiele hatte ein Untergericht (Zentgericht). Das Untergericht Lahr tagte bis ins 1 6. Jahrhundert im Steinkreis auf dem Steinkopf und wurde dann, wie auch das Landgericht Ellar, in den Amtsort Ellar verlegt. Es war zuständig für kleinere Vergehen, Erbschaftsstreitigkeiten, Streit um Güterkauf, Vermögensklagen und Schulden sowie für Rügen kleinerer Art. Daneben gab es noch Huben- oder Vogtgerichte, sogenannte ,,Eigengerichte" in Hausen, Fussingen und Lahr. Sie waren im wesentlichen Hofgerichte für zugehörige Ländereien. Die Missionierung des Westerwaldes und des mittleren Lahngebietes ging im 6. und 7. Jahrhundert von Trier aus. Die Missionsstation Dietkirchen dürfte bereits um 550 bestanden haben. Dort entstand die Gau- und Volkskirche des fränkischen Niederlahngaues und gegen 1200 das Archidiakonat Dietkirchen. Von Dietkirchen aus wurden schon früh weitere Missions- und Taufkirchen gegründet, so u. a. die Michaels-, später Blasiuskapelle bei Frickhofen. Der Konradiner Graf Eberhard, Gaugraf im Niederlahngau, gründete 879 das Stift des hl. Severus zu Gemünden, aus denen schon von den Konradinern gegen Ende des 9. Jahrhunderts das Kirchspiel Lahr als eigener Pfarrbezirk herausgelöst wurde. Dazu gehörten die Orte Ellar, Hausen, Fussingen, Waldernbach, Lahr und Hintermeilingen, ferner die Appen- und Jakobskirche unterhalb von Mewrenberg bis 1 534, die Liebfrauenkirche am Seeweiher und die Wüstungen (= ausgegangene Orte): Oberlahr, Bortelbach (Brechelbach), Breitenbach, Wehnau, (Winnau, Winnen, Winden), Renderode (reynderoytchen), Graleshofen und Oberndorf. Die Pfarrkirche stand in Lahr - es ist die spätromanische Pfeilerbasilika. - Die Filialorte Ellar, Hausen, Fussingen, Waldernbach und Hintermeilingen hatten je eine sogenannte Kapelle im meist spätgotischen Stil schon vor der Reformationszeit. Spätestens 1 560 war das Kirchspiel Lahr lutherisch und ab 1 577 kalvinistisch (calvinisch) unter dem Pastor Eberhard Artopaeus (1 576 - 1 630). Im Jahre 1630 kehrte die gesamte Grafschaft Hadamar und damit auch Lahr mit seinen Filialen zur katholischen Kirche zurück. Von der Mutterpfarrei Lahr wurden abgetrennt: Ellar und Hausen 1838, Waldernbach 1898 und Fussingen 1919. Lahr und Hintermeilingen blieben zusammen als Pfarrei Lahr. Bedingt durch den Priestermangel muß der Pfarrer von Lahr seit den 1980er Jahren die verwaisten Pfarrgemeinden innerhalb der 1974 entstandenen Großgemeinde Waldbrunn/Ww. mitbetreuen. Er ist somit zuständig für die Kirchengemeinde Ellar, Hausen, Fussingen, Lahr und Hintermeilingen. Die Gemeinde Waldbrunn/Ww. ist deckungsgleich mit dem alten Kirchspiel Lahr ohne Waldernbach. zurück |
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Ortsteile: Ellar, Hausen, Fussingen, Lahr und Hintermeilingen |
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Die Gemeinde Waldbrunn/Ww. besteht aus fünf Ortsteilen und liegt am Fuß des Westerwaldes. Waldbrunn/Ww. ist Teil des Fremdenverkehrsgebietes Westerwald-Lahn-Taunus im Landkreis Limburg-Weilburg. Das Schwergewicht liegt in der Entwicklung des Fremdenverkehrs. Fussingen ist ,,Staatlicher anerkannter Luftkurort". Ab 1.1.1971 schlossen sich die Gemeinden Ellar und Hintermeilingen zur neuen Gemeinde Ellar zusammen. Es war dies der erste freiwillige Zusammenschluß von Gemeinden im Landkreis Limburg. Die Gemeinden Hausen, Fussingen und Lahr bildeten ab 1.1.1972 die Gemeinde Waldbrunn. Aufgrund der kommunalen Gebietsreform wurden die Gemeinden Ellar und Waldbrunn ab 1.7.1974 zu der neuen Gemeinde Waldbrunn/Westerwald im neuen Landkreis Limburg-Weilburg zusammengeschlossen. Die Gemeinde Waldbrunn/Ww. hat etwa 6.200 Einwohner. Sie liegt ca. 300 m über N.N. Das Gemeindegebiet ist ungefähr 3.200 ha groß. Waldbrunn besitzt große Waldgebiete und verfügt über ein ausgedehntes Wanderwegenetz mit einer ausreichenden Anzahl von Ruhebänken und Schutzhütten. Ausgezeichnete Verkehrsverbindungen bringen Anschlüsse an die Autobahn Köln - Frankfurt und in Richtung Dortmund und damit an das internationale Verkehrsnetz. Im Jahr 2002 Anbindung an das ICE Netz Köln Frankfurt/Main, mit Bahnhof in Limburg Die nächsten Bahnstationen sind Limburg/Lahn, Hadamar; Dornburg-Frickhofen und Weilburg. Zahlreiche Busverbindungen der Bundespost, der Bundesbahn und von Privatunternehmen führen zur Kreisstadt Limburg (16 km), nach Weilburg (17 km), nach Hadamar (11 km) und bis ins Ruhrgebiet. Weilburg und Limburg bieten gute Einkaufsmöglichkeiten in Kaufhäusern und Großmärkten. In Hadamar, Limburg und Weilburg befinden sich alle weiterführenden Schulen. In allen Ortsteilen Waldbrunns finden alljährlich die traditionellen Kirchweihfeste statt. Die Ortsvereine sind sehr aktiv und fördern mit ihren Veranstaltungen die Geselligkeit und das gute Zusammenleben aller Bürger. zurück |
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